Münchener Kammerspiele
München, Deutschland
1990 - 2005, 2009
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LPH:               2-5 und 8b

BGF:               25.596 m²

Unendliche Geschichte

Jahre der Vorbereitung und viele Varianten in den Planungen prägten dieses Projekt, das in seiner Dimension höchste Ansprüche stellte. Immer auch im Interesse der Öffentlichkeit stehend, ging das planerische Konzept einher mit wechselnden künstlerischen und politischen Entscheidungen.

Idealismus, harte Arbeit und ein Höchstmaß an Flexibilität zeigten schließlich Erfolg: nach der Umsetzung des Probengebäudes mit Interimspielstätte wurden Peichl & Achatz auch mit der Sanierung des Schauspielhauses und des Blauen Hauses beauftragt.

Heute präsentiert sich das gesamte Ensemble mit Kammertheater, Neuem Haus, Blauem Haus und Werkstattgebäude in neuer Pracht, die in glänzender Weise Jugendstil-Elemente mit modernster Architektur kombiniert.

Aus dem Wettbewerb zum Neubau des Probengebäudes ging die Architektengemeinschaft Peichl – Achatz – Schumer als Sieger hervor und wurde nach und nach mit den drei hier genannten Bauabschnitten beauftragt.

Im ersten Abschnitt stand der Neubau des Probengebäudes zur Aufgabe, durch unterirdische Verkehrsanbindungen und oberirdische Brücken wurde das auf einer benachbarten Kriegsbrache entstandene Probengebäude mit dem Bestand funktional verknüpft.

Der 2. Bauabschnitt nutzte die Flächen direkt am Hinterbühnenbereich des alten Schauspielhauses und verdichtete die Hofsituation so effektiv, daß kürzeste Wege zwischen Bühne, Anlieferung und Werkstätten entstanden.

Der 3. Bauabschnitt umfasste die Sanierung des „Blauen Hauses“ mit der Kantine, dem Werk-raumtheater und Räumen für die Verwaltung des Theaters.

Umbau und Sanierung des denkmalgeschützten Jugendstiltheaters mit statischer Ertüchtigung, Komplett­erneuerung der gesamten Haustechnik, Restaurierung des denkmalgeschützten öffentlichen Theaterbereiches, Aufstockung des vorhandenen Bühnenturmes und Einbau modernster Theater- bzw. Bühnentechnik, Erweiterung durch Errichtung eines neuen Kulissenlagers mit darüber liegendem Malsaal und Anbindung an das neu errichtete Werkstattgebäude bei gleichzeitiger Herstellung des vorgelagerten Werkstattgebäudes, über längere Zeitabschnitte nur durch 2-fache Kranübernahme andienbar, extrem beengte Verhältnisse aufgrund abgeschlossener Innenhoflage, erhebliche Erschwernisse durch im Gesamtgebäudekomplex befindliche Wohnungen und Büros, exklusive Geschäfte und ein Cafe (laufender Betrieb).

Zuschauerraum mit insgesamt 720 Sitzplätzen in Parkett und Rang sowie 8 Besucherlogen, Rang- und Parkettfoyer, Tageskasse und Theatershop, Technikdecke über Zuschauerraum mit Zug- und Beleuchtungseinrichtungen, Bühnenturm mit 9 Geschossen (8 ober- und 1 unterirdisch), in 3 Geschossen an das Werkstättengebäude angebunden. Versenkbarer Orchestergraben.

Dem Schauspielhaus kommt eine besondere Bedeutung zu, weil es als bedeutendes Zeugnis des Jugendstils gilt. Es wurde 1900 von Richard Riemerschmid, der sich damals als Maler und Möbelentwerfer weit über München hinaus einen Namen machte, aber noch nie als Architekt in Erscheinung trat, geplant und von der Baugesellschaft Heilmann & Littmann zum Pauschalpreis nahezu zeitgleich zum Prinzregententheater erstellt. Die Kosten der Sanierung wurden durch ein Spezialbüro berechnet und ergaben für alle 3 Bauabschnitte in etwa 100 Mio. DM, also rund 50 Mio. EUR.

Bedauerlicherweise verzögerte sich die Fertigstellung des Probengebäudes nicht hinnehmbar um ein Jahr. Diese Verzögerung und die sich zwischenzeitlich einstellende Kostenexplosion um 100%, nämlich von 100 Mio. DM auf 100 Mio. EUR veranlassten die Landeshauptstadt München zum Handeln.

IMP übernahm als im Theaterbau erfahrenes Münchner Büro die Leistungsphasen 6-8 nach §15 HOAI und führte die Sanierungsarbeiten Schauspielhaus mit dem Architekt Walter Achatz zu dem von allen an dem Projekt Beteiligten uneingeschränkt anerkannten Erfolg. Termine, Qualitäten und insbesondere die im 2. Anlauf ermittelten Kosten wurden strikt eingehalten. Das Schauspielhaus wurde baulich mängelfrei am 14.01.2003 an seinen Nutzer übergeben.

Im Rahmen des 5. BA erfolgten die Rückbaumaßnahmen der Interimsspielstätten zum eigentlichen Probengebäude mit mehreren Studiobühnen, welche 2006 in Betrieb genommen wurden. Die finalen Ausbauarbeiten wurden 2008 abgschlossen und im November 2009 schlussgerechnet.